Musterformular zur Hinweispflicht von Betrieben gegenüber Bauherrn gemäß §48 Gebäudeenergiegesetzt (GEG)

Musterformular zur Hinweispflicht von Betrieben gegenüber Bauherrn gemäß §48 Gebäudeenergiegesetzt (GEG)

Seit dem 1.November 2020 sind Betriebe bei Abgabe eines Angebotes zu einem energetisch bilanzierten Sanierungsvorhaben gemäß §48 Gebäudeenergiegesetz (GEG) dazu verpflichtet, den Bauherrn darüber zu informieren, dass er einen Anspruch auf ein Beratungsgespräch mit einer Person, die gemäß §88 GEG zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigt ist. Diese Beratungsleistung muss jedoch kostenlos angeboten werden.

Hinweis: Im Rahmen jeder Vor- oder Entwurfsplanung für eine energetische Sanierung ist eine solchen Leistung grundsätzlich enthalten, sie wird jedoch häufig – oft aus Unwissenheit der Bauherren – nicht unmittelbar in Anspruch genommen.

Nachfolgend finden Sie das entsprechende Formular zur Vorlage beim Kunden:

Musterformular nach §48 GEG
Musterformular nach §48 GEG
Musterformular_nach_Paragraph_48_GEG.pdf

Grund- und Planungsnormen

Neben den gewerkespezifischen Normen,  die im Dokument „Anwendung von Normen“ erläutert sind, werden häufig noch weitere Normen zitiert. Dieses sind dann Grund- oder Planungsnormen, die in diesem Dokument aufgelistet und die Anwendungsbereiche erläutert werden.

Grund- und Planungsnormen
Grund- und Planungsnormen
BVRS_Planungsnormen_19_06_06.pdf

Neben den gewerkespezifischen Normen, die im Dokument „Anwendung von Normen“ erläutert sind, werden häufig noch weitere Normen zitiert. Dieses sind dann Grund- oder Planungsnormen, die in diesem Dokument aufgelistet und die Anwendungsbereiche erläutert werden.

Anwendung von Normen

Erstellt vom Technischen Kompetenzzentrum, wird bei wesentlichen Änderungen fortgeschrieben.
Stand: 26. Mai 2019
Frühere Ausgaben: 16. November 2016
Änderungen: DIN EN 12216, DIN EN 12453, DIN EN 12604, DIN EN
13241, DIN 18104-1, DIN EN 513, DIN EN 514, DIN EN 12207
Zurückziehungen: DIN EN 12445, DIN EN 12605

BVRS Anwendung von Normen (Stand 29.05.2019)
BVRS Anwendung von Normen (Stand 29.05.2019)
19_05_29_Anwendung_von_Normen.pdf

Beratungshinweise für den Einsatz von Kunststoffrollläden

Kunststoffrollläden sind bewährte Produkte und bei fachgerechter Herstellung, Auswahl und Montage für die meisten Anwendungen gut geeignet. Die nachstehenden Ausführungen sollen als Hilfestellung für fachgerechte Auswahl und Kundenberatung betrachtet werden.

Die Inhalte dieser Information sind entweder Regeln der Technik (z. B. der Statik) oder an anderer Stelle veröffentlicht und werden hier nur für die praktische Anwendung zusammengefasst.

Beratungshinweise für den Einsatz von Kunststoffrollläden
Beratungshinweise für den Einsatz von Kunststoffrollläden
BVRS-Beratungshinweise-fuer-den-Einsatz-von-Kunststoffrolllaeden-Juli-2017.pdf

 

Energy Label für Rollläden und Sonnenschutzsysteme

Rollläden und Sonnenschutzsysteme haben nachweislich positive Auswirkungen auf die Energieeffizienz eines Hauses. Für Klarheit sorgt hier das neue Energy Label des ift Rosenheim, das inZusammenarbeit mit dem ITRS (Fachgruppe IV Rollladen – Sonnenschutz – Automation) weiterentwickelt wurde. Es zeigt die energetischen Vorteile von Sonnenschutz und Rollläden an Fenstersystemen und bietet mehr Transparenz für Architekten, Planer und Verbraucher. Berücksichtigung findet die Energieeffizienz im Winter (Heizen plus solare Zugewinne) und im Sommer (Vermeidung von Überhitzung).

Durch die Überarbeitung der Produktnorm EN 13659 für außenliegende Ab­schlüsse und Jalousien ist zukünftig der zusätzliche Wärmewiderstand ΔR eines Rollladens oder einer Jalou­sie zu ermitteln und auf dem CE Zeichen zu deklarieren. Durch die Berücksichtigung des ΔR-Wertes im Energy Label des ift Rosenheim wird dieser Effekt bei der Er­mittlung der Energieeffizienz von Fenstern mit Rollläden oder Sonnenschutz für den Verbraucher klar und ver­ständlich.

Das Energy Label schafft damit einen einheitlichen Bewer­tungsmaßstab für die wärme- und kältedämmende Wirkung unterschiedlicher Behänge in Kombination mit dem Fens­ter. Um eine realitätsnahe Klassifizierung zu erreichen, werden die gegensätzlichen jahreszeitlichen Anforderungen im Sommer und Winter berücksichtigt. Im Sommer stehen die Vermeidung von Hitzestaus in den Wohnräumen, die Einsparung von Klimatisierungskosten sowie die Erhöhung des Wohnkomforts im Vordergrund. Im Winter ist die opti­male Nutzung des Tageslichts als natürliche Energiequelle zur Reduzierung des Heizbedarfs und die Verbesserung der Dämmwirkung in den kalten Nachtstunden zu beach­ten.

Als Ergebnis wird im Energy Label des ift Rosenheim eine Einstufung in eine von sieben Effizienzklassen vorge­nommen. Die Hersteller von Rollläden und Sonnen­schutzsystemen aber auch die Fachbetriebe erhalten damit ein aussagestarkes und objektives Instrument, um die Energieeinspar­potentiale ihrer Produkte in Verbindung mit einem Fenster im Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu verankern.  Nutzen Sie als Fachbetrieb die Möglichkeit zur Kennzeichnung Ihrer Produkte/Lösungen!

⇒ Informationen für Fachbetriebe und Hersteller

Über das ift Rosenheim

Das ift Rosenheim ist eine europaweit notifizierte Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle und international nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert. Im Mittelpunkt steht die praxisnahe, ganzheitliche und schnelle Prüfung und Bewertung aller Eigenschaften von Fenstern, Fassaden, Türen, Toren, Glas und Baustoffen. Ziel ist die nachhaltige Verbesserung von Produktqualität, Konstruktion und Technik sowie Normungsarbeit und Forschung. Die Zertifizierung durch das ift Rosenheim sichert eine europaweite Akzeptanz. Das ift ist der Wissensvermittlung verpflichtet und genießt als neutrale Institution deshalb bei den Medien einen besonderen Status – die Publikationen dokumentieren den aktuellen Stand der Technik.

⇒ www.ift-rosenheim.de

Die Bauproduktenverordnung – Was bei Reparaturen zu beachten ist

Mit Datum vom 1. Juli 2013 ersetzte die Bauproduktenverordnung (BauPVO, engl. CPR) die bis dahin gültige Bauproduktrichtlinie (engl. CPD) endgültig. Im Unterschied zur Richtlinie wurde diese Verordnung direkt europaweit zu gültigem Gesetz und regelt das Inverkehrbringen von neuen Bauprodukten.

Der vollständige Titel lautet:

VERORDNUNG (EU) Nr. 305/2011 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 9. März 2011 zur Festlegung harmonisierter Bedingungen für die Vermarktung von Bauprodukten und zur Aufhebung der Richtlinie 89/106/EWG des Rates.

Mit der bisherigen Richtlinie und den entsprechenden nationalen Umsetzungen war der freie Warenverkehr mit Bauprodukten nach Auffassung der EU-Kommission nicht in vollem Umfang gewährleistet. In der Verordnung ist nun alles unmittelbar in 68 Artikeln und 5 Anhängen geregelt. Wichtige Eckpunkte sind die Grundanforderungen an Bauwerke sowie der Nachweis der Brauchbarkeit.

Grundanforderungen

Bauwerke müssen so entworfen und ausgeführt werden, dass sie weder die Sicherheit von Menschen, Haustieren oder Gütern gefährden noch die Umwelt schädigen. Deshalb sind mit Artikel 3 Grundanforderungen an Bauwerke und wesentliche Merkmale von Bauprodukten gefordert:

  1. Die Grundanforderungen an Bauwerke gemäß Anhang I sind die Grundlage für die Ausarbeitung von Normungsaufträgen und harmonisierter technischer Spezifikationen.
  2. Die wesentlichen Merkmale von Bauprodukten werden in harmonisierten technischen Spezifikationen in Bezug auf die Grundanforderungen an Bauwerke festgelegt.

Bei den Grundanforderungen sind die Ziffer 1 Mechanische Festigkeit und Standsicherheit sowie die Ziffer 6 Energieeinsparung und Wärmeschutz für die R+S-Produkte relevant.
Harmonisierte technische Spezifikationen sind z. B. Normen. Was in einer Norm geregelt werden muss, wird durch Normungsaufträge bzw. sogenannten Mandaten festgelegt. Diese werden von der EU-Kommission an die europäische Normenkommission CEN/CENELEC erteilt.

Im Anhang IV der BauPVO werden Produktbereiche definiert, für uns gilt Produktbereich 2: TÜREN, FENSTER, FENSTERLÄDEN, ROLLLÄDEN, TORE UND BESCHLÄGE HIERFÜR. Für diesen Produktbereich existieren mehrere Mandate, für die Produkte der R+S-Handwerks gilt in der Hauptsache Mandat M/101.

Die Erstfassung datiert vom 7. September 1994, diese ist auch im Internet aufzufinden. Mandate werden von den zuständigen Technischen Kommissionen (TCs) von CEN/CENELEC fortgeschrieben und jeweils von der EU-Kommission akzeptiert. Dies ist zuletzt im März 2014 geschehen. Zuständig für die Normung in diesem Produktbereich ist TC 33, es gibt eine weitere Aufteilung in Arbeitsgruppen (WGs), für unsere Produkte ist die WG 3 zuständig.

Mandate sind wichtige Dokumente für die Normungsarbeit und stehen den Normenexperten zur Verfügung, die z. B. in Deutschland in den Spiegelausschüssen des DIN organisiert sind. Der für unsere Produkte zu-ständige Normenausschuss ist NA005-09-01, der die Arbeit von TC 33 spiegelt. Die Mandate sind keine Geheimdokumente, auf Anfrage z. B. beim zuständigen Projektmanager des DIN werden diese den interessierten Kreisen zur Verfügung gestellt.

CE-Kennzeichnung

Mit der CE-Kennzeichnung wird die Brauchbarkeit von Bauprodukten nachgewiesen. Dazu enthält das Kapitel II der BauPVO folgende Grundsätze:

Artikel 4 Leistungserklärung
1.    Ist ein Bauprodukt von einer harmonisierten Norm erfasst oder entspricht ein Bauprodukt einer Europäi-schen Technischen Bewertung, die für dieses ausgestellt wurde, so erstellt der Hersteller eine Leistungserklärung für das Produkt, wenn es in Verkehr gebracht wird.

Artikel 6
1.    Die Leistungserklärung gibt die Leistung von Bauprodukten in Bezug auf die wesentlichen Merkmale dieser Produkte gemäß den einschlägigen harmonisierten technischen Spezifikationen an.

Artikel 8
2.    Die CE-Kennzeichnung wird an denjenigen Bauprodukten angebracht, für die der Hersteller eine Leis-tungserklärung gemäß den Artikeln 4 und 6 erstellt hat.
Das Merkmal einer harmonisierten Norm ist, dass sie in allen EU-Mitgliedsstaaten den gleichlautenden Inhalt aufweisen muss. Sie wird im EU-Amtsblatt (OJEU) auf Veranlassung der Kommission veröffentlicht; dabei werden auch Beginn der Anwendbarkeit und Dauer der Übergangsphase genannt.
Damit entsteht auch die Verpflichtung zur Erstellung der Leistungserklärung und zum Anbringen der CE-Kennzeichnung. Dabei ist in § 17 festgelegt, dass die harmonisierte Norm die einzige Grundlage für die Erstellung der Leistungserklärung für das von der Norm erfasste Produkt darstellt.

Hinweis: Dies sind nur die wichtigsten grundlegenden Bestimmungen, die BauPVO regelt z. B. die Vorge-hensweise detailliert.

Zurzeit gültige harmonisierte Normen

Für den Bereich der R+S-Branche gibt es zwei harmonisierte Produktnormen:

DIN EN 13561 Markisen – Leistungs- und Sicherheitsanforderungen, Ausgabe 2004 + Änderung A 1 von 2008; seit dem 1. 8. 2010 ist diese Fassung ausschließlich anzuwenden.
DIN EN 13659 Abschlüsse außen – Leistungs- und Sicherheitsanforderungen; Ausgabe 2004 + Änderung A 1 von 2008; seit dem 1. 8. 2010 ist diese Fassung ausschließlich anzuwenden.
Eine Neufassung der beiden Normen wurde von CEN im Februar 2015 angenommen und in den jeweiligen nationalen Sprachfassungen veröffentlicht.
Obwohl die DIN EN 13659:2015 vom CCMC (CEN-CENELEC Management Center), der obersten Stelle bei der Normungsarbeit, ratifiziert worden ist, wurde sie von der EU-Kommission zurückgewiesen. Als Grund werden die Abschnitte 4.12  Zugriffschutz und 4.16.4 Werkstoffanforderungen Holz genannt. Dort werden Leistungsklassen genannt, die entweder dem Mandat widersprechen oder falsch zitiert worden sind. Der Anhang ZA wurde nicht bemängelt.
Die DIN EN 13561 dürfte in Kürze harmonisiert werden, darf aber zurzeit auch noch nicht angewendet werden.

Hinweis: Für den Bereich der inneren Abschlüsse gibt es die DIN EN 13120; für diese Norm ist eine Harmonisierung beantragt.

Jede harmonisierte Norm enthält den informativen Anhang ZA. Die Anwendung dieses Anhangs ist eine der Möglichkeiten, die EU-Regularien zu erfüllen. Allerdings beziehen sich der Anhang ZA der o. a. Normen noch auf die Bauprodukten-Richtlinie, die nicht mehr gültig ist. Deshalb müssen die Normen ohne den Anhang ZA bis zur Harmonisierung der überarbeiteten Normen angewendet werden.
In den noch anzuwendenden Normen sind weitere Z-Anhänge enthalten. Diese regeln die Übereinstimmung der Produkte mit der Maschinenrichtlinie, und zwar in ZB mit EG-Richtlinie 98/37/EG (alt) und in ZC mit EG-Richtlinie 2006/42 EG (neu). Inzwischen sind alle Übergangsfristen bezüglich der alten Maschinenrichtlinie abgelaufen, die künftigen Normen enthalten nur noch den Anhang ZB für die EG-Richtlinie 2006/42 EG.

Wichtig: Diese Ausführungen gelten für die BauPVO. Bezüglich der Maschinenrichtlinie (MRL) sind die o. g. Normen inzwischen harmonisiert. Die Veröffentlichung erfolgte im EU-Amtsblatt vom 15. 1. 2016, die Übergangsfrist endet am 28. 2. 2017. Auf die CE-Kennzeichnung hat dies aber keinen unmittelbaren Einfluss, es muss jedoch die Erfüllung dokumentiert werden (Konformitätserklärung).

Instandsetzungen

Bauprodukte, die instandgesetzt worden sind, ohne dass die ursprüngliche Leistung, Verwendung oder Bauart verändert worden ist, gelten als nicht neu auf den Markt gebracht.
Deshalb ist bei Reparaturen keine CE-Kennzeichnung erforderlich. Es wird zudem nicht das komplette Bauprodukt ausgetauscht, sondern nur einzelne „Komponenten“. Bei den Produkten der R+S-Branche gibt es keine Komponente, die gleichzeitig ein Bauprodukt im Sinne der BauPVO darstellt, wie dies z. B. bei Glas der Fall ist. Ungeachtet dessen entsteht eine Dokumentationspflicht, so ist es auf jeden Fall empfehlenswert, die Brauchbarkeit der Ersatzkomponente nachzuweisen.
Stehen die Original-Teile noch zur Verfügung, so werden durch den Austausch die Eigenschaften des Produktes nicht verändert.
Falls dies nicht der Fall ist, muss nach geeigneten Alternativen gesucht werden, welche die wesentlichen Eigenschaften nicht verschlechtern.
Dabei erweist es sich als Vorteil, wenn für das instand zu setzende Produkt eine CE-Kennzeichnung erforderlich war. Dies war spätestens nach dem 1. März 2006 für Markisen bzw. dem 1. April 2006 für äußere Abschlüsse der Fall.

Bei diesen Produkten kann die Konformitätsbescheinigung bzw. die Leistungserklärung herangezogen werden, um z. B. den erforderlichen Windwiderstand zu ermitteln. Die Ersatzkomponente muss unter den gegebenen Einbaubedingungen mindestens die gleiche Klasse des Windwiderstands aufweisen. Sind in der Leistungserklärung noch weitere wesentliche Eigenschaften enthalten, so muss der Ersatz diese auch erfüllen!

Hinweis: Ist der Schaden an dem Produkt durch Windeinwirkung entstanden, so ist zu prüfen, ob die ursprünglich gewählte Windwiderstandsklasse den örtlichen Anforderungen entsprach. Dazu können die einschlägigen Einsatzempfehlungen herangezogen werden; ggf. ist bei der Ersatzkomponente die richtige (höhere) Windwiderstandsklasse zu wählen.

Bei älteren Produkten wird es etwas schwieriger, die passende Ersatzkomponente zu finden, wenn für die Originalteile kein Nachweis für die Leistungen zur Verfügung steht.
Als erstes sollte man nach geometrisch ähnlichen Teilen suchen. Dies kann nicht immer zum Ziel führen, könnte aber trotzdem von Vorteil sein.

Beispiel: Bei alten Rollläden sind oft Rollladenstäbe in „Kastenform“ eingebaut. Verwendet man nun als Ersatz gewölbte Stäbe, so kann es zu einem erhöhten Lichteinfall über die Führungsschienen kommen, was zu Reklamationen führt.

Ansonsten kann man nur über die Einsatzempfehlungen die heute erforderliche Klasse des Windwiderstands ermitteln und passende Ersatzkomponenten auswählen. Dies kann z. B. bei Kunststoffrollläden dazu führen, dass Stäbe aus Aluminium verwendet werden müssen.
Aus den genannten Gründen ist es auch bei Reparaturen unabdingbar, den Kunden fachgerecht zu beraten und ggf. die Wahl der Ersatzkomponente zu erläutern. Dies ist entsprechend zu dokumentieren, insbesondere müssen dem Kunden Informationen zu den wesentlichen Eigenschaften der Ersatzkomponente zur Verfügung gestellt werden.

Veränderungen

Wenn an Bauprodukten Veränderungen vorgenommen werden, ohne dass sich die ursprüngliche Leistung, Verwendung oder Bauart verändert, so gelten diese ebenfalls nicht als nicht neu auf den Markt gebracht.

Dies ist z. B. bei der nachträglichen Motorisierung von bereits eingebauten Rollläden von Bedeutung. Es ist dabei jedoch darauf zu achten, dass für den Antrieb eine Konformitätserklärung nach der MRL vorliegt und dieser eine CE-Kennzeichnung trägt. Außerdem muss noch der Nachweis geführt werden, dass die signifikanten Gefährdungen bei Motorbedienung nach Anhang C der DIN EN 13659 beseitigt oder gemindert worden sind. Nähere Einzelheiten hierzu sind in der Normenbeschreibung enthalten, die zurzeit im Rahmen der Neufassung der Lehr- und Arbeitsblätter Rollläden erstellt wird.

Dipl.-Ing. (FH) Gerhard Rommel
Projektbezogene Mitarbeit im
Kompetenzzentrum des BVRS

Frage und Antwort aus der R+S-Fachzeitschrift 2016-04

Schlagregendichte Führungsschienen

Frage: Gibt es Vorgaben, aus welchen hervorgeht, was das Bauteil hinter den Führungsschienen erfüllen muss, damit die Führungsschienen schlagregendicht bleiben?

Antwort: In den Putz einbindende und auf dem Fensterrahmen direkt befestigte Rollladen- und Sonnenschutzführungsschienen müssen schlagregendicht an das Fenster angeschlossen werden. Bei plan auf dem Fensterrahmen montierten Führungsschienen entsteht zwischen Fensterrahmen und Führungsschiene eine Kapillarfuge, die zum Eindringen von Wasser in die Putz- oder Dämmebene führen kann. Um einen Wassereintritt in die Dämmung oder die Putzebene zu verhindern muss zwischen Fensterrahmen und Führungsschiene die Kapillarwirkung unterbrochen werden. Dies kann durch eine konstruktive Unterbrechung der Kapillarfuge (z.B. Nut), durch eine Dichtlippe, durch ein Dichtungsband, durch ein Fugendichtband und dergleichen erzielt werden.

Werden Führungsschienen nach den fertiggestellten Putzarbeiten eingebaut, sind keine Anforderungen an Schlagregendichtheit im Bereich der Führungsschienen gegeben. Bei feuchte-
empfindlichen Materialien, z.B. Holzbau, feuchteempfindliches Dämmmaterial, ist der Funktion der Schlagregenschutzmaßnahmen Aufmerksamkeit zu schenken. Beispielsweise müssen im Holzbau die Fensterbänke unterseitig eine zweite Dichtebene aufweisen.

Jedes Gewerk hat den jeweiligen Schlagregenschutz (z.B. Schlagregenbeanspruchung, Schlagregendichtheitsklasse) für sein einzubauendes Bauteil (z.B. Fenster, Rollladenschienen, Außenwärmedämmung/Putz, Fensterbank) selbst sicherzustellen bzw. geeignete Maßnahmen einzubauen, soweit dies planerisch nicht anders vorgesehen ist bzw. keine Notwendigkeit besteht.

Eventuell eingedrungene Feuchtigkeit darf keinen Schaden verursachen und muss kontrolliert nach außen abgeführt werden können. Um Feuchtigkeitsschäden im Anschlussbereich zu vermeiden, müssen Bauteil, Fuge und Wand als Gesamtsystem gesehen werden.

Totmannsteuerung für Rollläden?

Frage: Ein Gutachter behauptet, dass die Rollläden aus Sicherheitsgründen nur im Totmannbetrieb betrieben werden dürfen. Ich bin jedoch der Meinung, dass die Richtlinie für kraftbetätigte Türen und Tore für Rollläden, die vor einem Fenster laufen, keine Anwendung findet und diese Rollläden also per Funk, Rastschalter oder Impulssteuerung ganz normal bis zu ihrem Endschalter laufen dürfen.

Antwort: Damit vom sich schließenden Tor keine Personengefährdung ausgeht, müssen einige Sicherheitsvorschriften beachtet werden. Für kraftbetätigte Tore sind diese in der DIN EN 12453 definiert. Nur wenn Tore mit einer Totmannschaltung ausgerüstet sind (das heißt, dass das Tor nur so lange läuft, wie der Schalter festgehalten wird) und das Tor vom Bediener vollständig überblickt werden kann, kann auf eine Absicherung der Schließkante verzichtet werden. Wird das Tor z.B. per Funk oder in Selbsthaltung (das heißt, durch kurzes Tasten auf einem Schalter fährt das Tor selbstständig zu) betrieben, dann muss die Hauptschließkante (unterer Abschluss des Torpanzers) zusätzlich gesichert werden, um ein Einklemmen von Personen zu verhindern. Ein Rolltor wird verwendet um begeh- oder befahrbare Öffnungen von Hallen oder Garagen abzuschließen. Es ähnelt einem Rollladen, muss jedoch zusätzlich die Sicherheits- und Wärmeschutzanforderungen erfüllen, die beim Rollladen durch das Fenster gewährleistet werden.
Für Rollläden, die vor einem Fenster laufen, findet die DIN EN 12453 daher keine Anwendung – Rollläden in ihrer Standardausführung dürfen per Funk, Rastschalter oder Impulssteuerung bis zu ihrem Endschalter laufen.

Bedienung Rollladengurt

Frage: Wir haben vor drei Monaten zahlreiche Gurtbänder bei einem Kunden ausgetauscht. Durch Schrägzug sind verschiedene Gurtbänder gedoppelt. Der Kunde meint, dies würde durch eine schlechte Qualität der Gurtbänder entstehen. Gibt es technische Richtlinien für Gurtbänder und deren Bedienung und Eigenschaften?

Antwort: Wir haben eine ganze Reihe an Richtlinien und technischen Hinweisen, die jedoch nicht auf die Gurtbedienung von Rollläden im Einzelnen eingehen. Grundsätzlich empfehlen wir unseren Fachhändlern oder Monteuren, dem Nutzer bei der jeweiligen Beratung die Qualität und Grenzen technischer Möglichkeiten und die warenspezifischen Eigenschaften zu vermitteln. Nicht nur mündlich, sondern auch durch die Übergabe einer Bedienungs- und Wartungsanleitung – und sich dieses schriftlich bestätigen zu lassen. Das hilft später, Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten zu vermeiden.

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