Tätigkeitsbericht 2019/2020

Tätigkeitsbericht 2019/2020

Der Berichtszeitraum 2019/2020 dürfte in der Geschichte unseres Verbandes, ja sogar in der Geschichte der Branche insgesamt, einzigartig sein. Denn diese Zeit wurde von zwei besonderen Ereignissen geprägt:
Das Eine ist die Corona-Pandemie mit allen ihren Konsequenzen. So etwas oder etwas ähnliches hat noch nie jemand von uns erlebt. Wie unsere Konjunkturumfragen belegen, ist die Branche nach der Verunsicherung im 1. Quartal 2020 in der Krise durchaus gut aufgestellt. Das langanhaltend gute Wetter, der oftmals ausgefallene Oster- oder Sommerurlaub und das Bedürfnis der vielen – freiwillig oder unfreiwillig – Zuhausegebliebenen nach Wohlfühlinseln daheim, haben für volle Auftragsbücher gesorgt. Einziges Problem dabei waren häufig die fehlenden Fachkräfte, um die Aufträge abzuarbeiten. Aber wir Rollladen- und Sonnenschutztechniker können mit Fug und Recht behaupten, dass wir neben anderen Gewerken Deutschland in der Krise am Laufen gehalten haben und dies auch weiter tun. Daneben erleben wir z. B. einen Digitalisierungsschub, der gut tut. Mit großem Bedauern hingegen, aber gleichzeitig mit der vollen Überzeugung aller Beteiligten, die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben, haben wir unsere Bonner Haupttagung 2020 und die R+T 2021 absagen bzw. letztgenannte durch ein digitales Format ersetzen müssen.
Das zweite besondere Ereignis war die Rückführung des R+S-Handwerks in die Meisterpflicht am 14. Februar 2020. Hierum haben wir 16 Jahre lang gekämpft. Am Ende haben uns die Sachargumente und unsere intensive politische Überzeugungsarbeit Recht gegeben. Aber wir müssen gut vorbereitet sein auf die Gesetzesevaluation, die in fünf Jahren geplant ist.
Und daneben tun wir das, was quer durch alle Fachkompetenzen eine unserer absoluten Kernkompetenzen ist: Unseren Betrieben mit allem fachlichen Know-How beratend zur Seite stehen – auch und gerade dann, wenn es bei eigentlich erfreulichen Themen wie der Meisterrückführung einmal Probleme gibt, etwa durch die Bestandsschutzregelung. Übrigens war dies der politische Preis, der für die Meisterrückführung zu zahlen war: Ohne die Bestandsschutzregelung keine Meisterrückführung.
Aber der zurückliegende Berichtszeitraum bestand nicht nur aus der Corona-Pandemie und der Rückführung in die Meisterpflicht. Nicht zu vergessen sind etwa die überaus erfolgreiche Haupttagung 2019 in Garmisch-Partenkirchen, unsere weiteren Veranstaltungen wie die Berufsschullehrerfortbildung, die Sachverständigentagung, die Industriebeiratssitzung, die Obermeistertagung oder die Frühjahrsdelegiertenversammlung. Die BVRS-Geschäftsstelle hat gemeinsam mit der von der Industrie im Rahmen der PR-Gemeinschaftskampagne mitgetragenen neuen PR-Agentur R.O.E. Consulting und der Internetagentur manxdesign viel frischen Wind in unsere Öffentlichkeitsarbeit gebracht. Neue Fachpublikationen, große Fortschritte in der Normungs- und Richtlinienarbeit, Forschungsvorhaben und Kooperationen haben für den Qualitäts- und Qualifikationserhalt in unserer Branche gesorgt. Ein gemeinsames Umsetzungsprojekt mit dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk soll Digitalisierungspotenziale für unsere Fachbetriebe aufzeigen. Und last but not least vergrößert sich unser Netzwerk mit anderen Verbänden, Organisationen und der Politik stetig.
Dies alles wäre in diesem Umfang ohne das ehrenamtliche Engagement unserer Mitglieder nicht möglich. Hierfür möchten wir an dieser Stelle herzlich danken! Lassen Sie uns gemeinsam für die Anliegen unserer Branche eintreten sowie mutig in die Zukunft schauen!

Bonn, im Oktober 2020

Tätigkeitsbericht 2019/2020
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